Forschung

Speläotheme bieten zahlreiche Vorteile als Klimaarchiv:

  • Sie kommen in fast allen Gebieten der Erde vor.
  • Sie können mit der Th/U-Datierungsmethode im Altersbereich von bis zu ca. 600.000 Jahren mit unvergleichbarer Präzision absolut datiert werden.
  • Verschiedene Indikatoren für das Klima der Vergangenheit, sogenannte Klimaproxies, wie stabile Sauerstoff und Kohlenstoffisotope oder Spurenelementkonzentrationen, können mit sehr hoher Auflösung (Jahre bis Jahrhunderte) gemessen werden.
  • Sie liefern kontinuierliche und lange zurückreichende Zeitreihen.


Die Th/U-Datierung der Speläotheme wird in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz, durchgeführt. Es werden modernste massenspektrometrische Methoden (MC-ICPMS) verwendet, die die höchstmögliche Auflösung und Präzision erlauben. Die Klimaproxies werden ebenfalls massenspektrometrisch gemessen.

Die in Speläothemen gespeicherten Klimasignale werden von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Um die Signale hinsichtlich der Klimaschwankungen der Vergangenheit zu interpretieren, ist ein grundlegendes Verständnis der Prozesse, die diese Signale beeinflussen, nötig. Daher beschäftigt sich die Arbeitsgruppe auch mit der Erforschung und Modellierung von Isotopenfraktionierungsprozessen. Hierzu werden Experimente sowohl in Höhlen als auch unter kontrollierten Bedingungen im Labor durchgeführt. 

Wolkenschlösschen, Herbstlabyrinth. Foto: Dorsten Excentriques, Herbstlabyrinth. Foto: Dorsten