Konrad Weidemann-Zentrum für mineralogische Archäometrie

Core Facility zwischen Naturwissenschaften und Historischen Kulturwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität

Im Jahre 2003 war an der Johannes Gutenberg Universität das Kompetenzzentrum
„Mineralogische Archäometrie und Konservierungsforschung“ eingerichtet worden.
Dieses Kompetenzzentrum hatte zum Ziel gehabt, interdisziplinär die Kompetenzen und Expertisen von geowissenschaftlichen Materialwissenschaftlern und Archäologen zusammenzuführen.
Als ein besonders aktiver Gestalter und Förderer dieses richtungsweisenden Ansatzes gemeinsam betriebener Wissenschaft wirkte der damalige Generaldirektor des Römisch Germanischen Zentralmuseums, Herr Dr. Konrad Weidemann.

Geschichts- und Geowissenschaftler haben mehr gemeinsam als nur ein relativ kurzes Intervall der Erdgeschichte, das vom Menschen und seinem Wirken beeinflusst wird. Archäologische Fundobjekte sind zum großen Teil aus Materialien aufgebaut, die das tägliche Brot der Geowissenschaftler/innen sind: Gesteine, Minerale, Gläser, Keramiken, Glasuren, Edelsteine, Farbpigmente, Böden etc.. Deren naturwissen-schaftlich fundierte Untersuchung ist ein Schwerpunkt des Konrad-Weidemann-Zentrums für mineralogische Archäometrie. Hierzu gehört auch die Entwicklung und Adaption moderner Messanalytik, die in der Regel möglichst Objekt-schonend, insbesondere zerstörungsfrei zu eindeutigen und reproduzierbaren Ergebnissen führen muss. Eine weitere Arbeitsrichtung ist die Erforschung von im weitesten Sinne als Verwitterungsvorgänge beschreibbaren Prozessen an archäologischen Objekten während der Verweildauer im Bodenbereich. Eine besondere Herausforderung stellen archäologische Fragestellungen nach der Herkunft bestimmter Bau-, Schmuck- und Edelsteinmaterialien dar, da hierbei auch Erkenntnisse über soziale Strukturen und Handelswege gewonnen werden können. Ebenso gehört die Erforschung frühzeitlicher technologischer Prozesse, beispielsweise zur Erzeugung von Keramik oder Glas, aber auch zur Schleiftechnik bei besonders harten Materialien zum Arbeitsbereich des Konrad-Weidemann-Zentrums für mineralogische Archäometrie.

Das Zusammentreffen von Geistes- und Naturwissenschaftler/innen bietet hinsichtlich des Wissens- und Technologietransfers besondere Herausforderungen auch unter dem Gesichtspunkt der gemeinsamen Ausbildung und der Lehre. Die im eigenen Wissenschaftsbereich eigentlich gängige und als selbstverständlich angesehene Sprache bedarf häufig der gründlichen Erläuterung, um das nötige Problembewusstsein bei den Kolleg/inn/en der anderen Fakultäten zu erzielen. Dieses interdisziplinäre Spannungsfeld wird jedoch seitens der Beteiligten als besonders anregend empfunden.


 Kontakt:

Dr. Tatjana Gluhak AG Geomaterial- und Edelsteinforschung
Institut für Geowissenschaften
J.-J.-Becher-Weg 21
D-55099 Mainz
Raum 03-131
Tel: +49(0)6131-39-24367

Dr. rer. nat. Susanne Greiff Kompetenzzentrum Archäometrie
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
Ernst-Ludwig-Platz 2
D-55116 Mainz
Tel: +49(0)6131-9124-0
Fax: +49(0)6131-9124-199