Akoya-Zuchtperlen

Zur Zucht der klassischen runden, weißen Perle wird in Japan ausschließlich die Muschelart Pinctada martensii verwendet. Sie wird dort als Akoya gai (gai, japan., Muschel) bezeichnet. Auch in Japan muss für die Aufzucht junger Muscheln gesorgt werden. Im Alter von ca. drei Jahren sind die Muscheln groß genug, um Kerne implantiert zu bekommen. Um kleinere Perlen zu züchten, können schon 1- 2 jährige Muscheln verwendet werden, denen entsprechend kleinere Kerne eingesetzt werden. Diese werden aus Süßwasser-Muschelschalen hergestellt, hauptsächlich aus den Mississippi-Muscheln der Gattung Unio. Dieses Material wird als Implantat ohne Schwierigkeiten angenommen.

Der Kern, oder auch mehrere kleinere Kerne, werden in die Keimdrüse (Gonade) der Muschel eingesetzt. Auch hier wird zu jedem Kern ein Stückchen Epithelgewebe einer "Spendermuschel" hinzugegeben, dessen Perlmutt produzierende Gewebeseite exakt auf dem Kern platziert werden muss.

Nach der Operation werden die Muscheln in Körbe eingesetzt, die wiederum an Flößen angebracht werden. Im Laufe der ca. 1,5 - 2 Jahre langen Zeit des Perlwachstums werden die Muscheln gut überwacht und immer wieder gereinigt. In der Winterzeit und bei zu erwartenden Stürmen oder Umweltproblemen werden die Flöße in besser geschützte Buchten verlegt.

Geerntet wird meist gegen Ende des Winters, weil während der kälteren Monate kleinere Kristalle gebildet werden, die ein schöneres Lüster gewährleisten. Die Dicke der Perlmuttschicht ist neben vielen anderen Faktoren auch abhängig von der Wassertemperatur. Für japanische Akoya-Zuchtperlen werden Schichtdicken von 0,15 - 0,3 mm pro Jahr angegeben. Die Muschel kann bei sehr niedrigen Temperaturen des Meerwassers (ab ca. 12 °C) in eine Art Winterschlaf fallen. Damit wird auch die Produktion des Perlmutts immer geringer, bis sie fast völlig eingestellt wird.