Süßwasser-Zuchtperlen

Süßwasser-Zuchtperlen werden in großer Bandbreite von Größen, Formen und Farben vermarktet. Der überwiegende Teil wird heute in China gezüchtet, nur ein relativ kleiner Teil in den traditionellen japanischen Süßwasser-Zuchtgebieten am Kasumigaura- und Biwa-See. Die visuellen Methoden zur Unterscheidung von Zuchtperlen aus den verschiedenen Gebieten sind sehr begrenzt und werden immer schwieriger.

 

China:

Die chinesische Süßwasser-Perlenzucht liefert inzwischen schnell und relativ einfach die begehrten Perlen, denn die Pflege der Muscheln ist weniger intensiv, sie wachsen sehr schnell und können mit Kern oder auch nur mit kleinen Gewebeteilchen gezüchtet werden. Bei der Zucht von kernlosen Perlen ist es möglich, bis ca. 30 Perlen pro Muschelschalenseite zu produzieren.

In China hat die Perlenzucht in Cristaria plicata eine lange Tradition - sie wurde vor allem zur Zucht von Schalenperlen verwendet. Heute wird hauptsächlich Hyriopsis cumingii zur Perlenzucht verwendet. Sie liefert neben weiß und rosé die begehrten lachs- bis violetten Farbtöne. Produziert werden hauptsächlich kernlose Perlen, durch Implantation von sehr kleinen Ephitelgewebe-Stückchen. Dabei können in einer Muschel im Mantelbereich Perlen für eine ganze Kette gezüchtet werden (vgl. Abb.). Aber auch Perlen mit Kern bis zu 20mm und mehr können produziert werden. Dabei werden, je nach Kerngröße im Muschelinneren eine oder zwei Perlen gezüchtet.

 

Japan

Japanische Süßwasser-Zuchtperlen aus dem Biwa-See werden seit Mitte der zwanziger Jahre gezüchtet. Auch in anderen Seen Japans wurden Süßwasserperlen gezüchtet. Wahrscheinlich sind sie in der Vergangenheit gemeinsam mit den Perlen aus dem Biwa-See vermarktet worden, denn die Bezeichnung "Biwaperle" hatte sich im Handel relativ schnell weltweit behauptet. Sicherlich sind darunter auch zunächst japanische Süßwasser-Zuchtperlen aus dem Kasumigaura-See gehandelt worden. Diese kamen aber erst Mitte der 90er-Jahre auf den europäischen Markt.

Der ca. 60 km nordöstlich von Tokyo gelegene Kasumigaura-See ist der zweitgrößte See Japans. Dort wachsen in einer Kreuzung der japanischen Muschel Hyriopsis schlegeli und der chinesischen Hyriopsis cumingii bis ca. 20 mm große Perlen in weißen, rosé, pink, apricot- bis fliederfarbigen und violetten Tönen.

Pro Muschel wird nur eine Perle gezüchtet. Zum Körper-Farbton der Kasumigaura-Zuchtperlen kommt häufig noch ein zusätzlicher grünlicher, bronze- bis goldfarbener Oberton hinzu, der gemeinsam mit einem meist metallischen Glanz auftritt.